Biodiversitäts-Quick-Check

Artenvielfalt ist unser Naturkapital und für unsere Zukunft so wichtig wie der Klimaschutz.

Biodiversität ist der Fachbegriff für Biologische Vielfalt. Diese umfasst die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt der Ökosysteme. Biodiversität ist in Form von Nahrung, Sauerstoff und Trinkwasser direkt oder indirekt Grundlage jeder menschlichen Existenz.

Der globale Wert der ökosystemaren Leistungen wird pro Jahr auf fast die doppelte Summe geschätzt wie das weltweite Bruttosozialprodukt. Sowohl unsere Lebensqualität als auch die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft hängen untrennbar mit der Vielfalt und Intaktheit der Natur zusammen.

Der „Biodiversitäts-Quick-Check“ wurde von mir in Anlehnung an den „Biodiversity-Check“ entwickelt. Er wurde 2014 im Rahmen des DOSB-Wettbewerbs „Sport bewegt – Biologische Vielfalt erleben“ zunächst für zwei Sportverbände ausgearbeitet.

Werkzeug für den Überblick über positive wie negative Auswirkungen auf die Umwelt

Wie bereits der Name verdeutlicht, ermöglicht der „Biodiversitäts-Quick-Check“ einen ersten Überblick über die positiven und negativen Auswirkungen einer Organisation und ihrer Organe auf die Biodiversität. Er soll für das Thema Biodiversität und die vorhandenen Einflussmöglichkeiten sensibilisieren sowie zu weiteren Untersuchungen und Maßnahmen motivieren.

Er ist gleichzeitig Diagnose-, Lern- und Aktivierungsinstrument und stellt in seiner komprimierten und übersichtlichen Form ein neuartiges Instrument zur Förderung der Biodiversität in Organisationen und Unternehmen dar.

Sein Nutzwert liegt vor allem darin, dass er dazu beiträgt, mit überschaubarem Aufwand die „Problemzonen“ sowie die „Quick-Wins“ zu identifizieren. Auf diese Weise können Unternehmen und Organisationen Kosten und Risiken reduzieren, Produktionsgrundlagen und Innovationspotential sichern sowie Reputation und Kundenbindung steigern.

Individualisierung und Personalisierung für Ihren Biodiversitäts-Quick-Check

Jeder einzelne „Biodiversitäts-Quick-Check“ wird individuell für die zu untersuchende Organisation erarbeitet und orientiert sich am aktuellen Entwicklungsstand und Bedarf diese Organisation. Dabei betrachtet er nicht das gesamte Wirk- und Beziehungsnetz der Organisation, sondern nimmt ausgewählte Bereiche, Themen und Einflussfaktoren unter die Lupe.

Zu diesen benennt er mögliche Bewertungsfaktoren (Indikatoren). Er kann durch einen Aktionsplan oder Maßnahmenkatalog ergänzt werden. In seiner Grundstruktur ist er am „Biodiversity-Check“ ausgerichtet, sodass er die ideale Grundlage für eine aufbauende Erarbeitung des umfassenderen „Artenvielfalt-Audit“ bildet.

Beispiel aus meiner Praxis

Gemeinsam mit und für die Deutsche Reiterliche Vereinigung entwickelte ich 2014 einen Maßnahmenkatalog zur Förderung der biologischen Vielfalt in Pferdevereinen und Pferdebetrieben. Pferde brauchen Ställe, Heu und Stroh, Wiesen und Weiden. Dies prägt in vielfacher Weise die Biologische Vielfalt im Umfeld der Pferdehaltung. So finden sich in vielen Gestüten, Pferdesportvereinen oder Betrieben Scheunen, Dachböden sowie Gebäude mit Ritzen und Spalten und damit Nistmöglichkeiten und Nahrung. Zudem Bereiche mit offenem Boden, vielfach arten- und strukturreiches Grünland mit begleitenden Hecken und Baumgruppen.

Vor allem die Vielfalt an Strukturen und Kleinklimaten sowie die extensive Nutzung von Weiden und Heuwiesen sind Grundlage für ganz spezifische Artengemeinschaften mit teilweise spezialisierten und gefährdeten Arten, die als „Begleitarten“ der Pferde bezeichnet werden können. Dazu zählen z.B. Schleiereule, Rauchschwalbe, Schafstelze und Kiebitz, außerdem Fledermäuse, Heuschrecken, Tagfalter und Dungkäfer. Viele von ihnen kommen sowohl in ländlichen wie in städtischen Räumen vor.

Trotz dieser im Grundsatz guten Ausgangssituation gibt es in vielen Anlagen deutliches Verbesserungspotential hinsichtlich der Förderung der Biologischen Vielfalt. Dabei fehlt es in der Regel nicht an Offenheit und gutem Willen, sondern zunächst einmal am fachlichen Wissen und bewussten Wahrnehmen der vorhandenen Fauna und Flora. Entsprechend dazu fehlen in der Regel fachlich fundierte Ideen und praktische Handreichungen für konkrete Maßnahmen sowie ein systematischer Austausch von best-practise-Beispielen.

Der Maßnahmenkatalog zur Förderung der biologischen Vielfalt in Pferdevereinen und Pferdebetrieben wurde im Rahmen des Förderprojektes des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) „Pferde bewegen – biologische Vielfalt erkunden, erhalten und fördern“ für die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. entwickelt.

Wer mehr erfahren möchte, dem sei unser Projektbericht zur weiteren Lektüre empfohlen: Pferde bewegen, biologische Vielfalt erkunden, erhalten und fördern – Biodiversitäts-Quick-Check und Maßnahmenkatalog für Pferdevereine und Pferdebetriebe. Oder auch drüben der Bericht beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Interesse?

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oecoach · Dr. Stefan Rösler
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